Walter Moers: Die Stadt der träumenden Bücher

Ein Klassiker mit Suchtpotenzial – und auch ich habe ihn endlich gelesen, nein, verschlungen!

Hildegunst ist ein junger Lindwurm von der Lindwurmfeste und sucht in der Literatenstadt Buchhaim sein Glück. Im Gepäck hat er das Manuskript eines einzigartigen Autors, der die Emotionen anregt wie kein anderer, der einen zu Tränen rührt, zu hysterischen Lachanfällen, zu Träumereien, zu Wut und Raserei – und das abwechselnd und auf nur wenigen Seiten. Diesen Autor zu finden ist Hildegunsts Mission. Kaum in der fremden Stadt, in der sich alles um das Schreiben und Lesen dreht, angekommen, beginnt er mit seiner Suche und erhält prompt in zwei Antiquariten Hausverbot und eine schreckliche Prophezeiung, die sein nahes Ende vorhersagt. Doch nicht mit Hildegunst! Von Aberglauben hält er nichts und sucht weiter.

Schließlich gerät er an Phistomefel Smeik, den einflussreichsten Bürger und Antiquar der Stadt, der von dem Manuskript ebenso beeindruckt ist und ihm helfen will … doch schnell wird klar, dass Phistomefel gar nichts Gutes im Schilde führt – und für Hildegunst beginnt das Abenteuer seines Lebens!

Walter Moers hat mit Zamonien eine faszinierende Welt erschaffen, in der bis auf einen all seine Romane spielen, unter anderem „Die 13 ½ Leben des Käpt’n Blaubär“ und zuletzt 2011 „Das Labyrinth der Träumenden Bücher“. In „Die Stadt der träumenden Bücher“ begegnen wir zum ersten Mal dem sympathischen Hildegunst als Ich-Erzähler. Dieser Roman ist so viel mehr als eine Abenteuergeschichte für Groß und Klein (nur nicht zu Klein, da es mitunter recht brutal zur Sache geht). Er ist eine sagenhafte Liebeserklärung an die Literatur und an Bücher. Hier tummelt sich alles, was die Fantasie hergibt: lebende Bücher, tötende Bücher, träumende Bücher. Sogar die Literaturgattungen sind so abenteuerlich wie komisch: Schauerliteratur, Düsterlyrik, Weingedichte, Stottergedichte usw. Und weil kein Abenteuerroman ohne Schurken auskommt, wimmelt es an jeder Ecke von mörderischen Bücherjägern, mysteriösen Ungeheuern und etlichen anderen düsteren Gestalten.

Mit knapp 500 Seiten ist dieser Roman kein Leichtgewicht, aber ich verspreche fesselnde Unterhaltung, die man im Nu weggelesen hat, weil man es vor Spannung eh kaum aushält. Zu Recht ein Klassiker der Literaturgeschichte!

Über den Autor: Walter Moers (* 1957 in Mönchengladbach) ist ein deutscher Autor, Comic-Zeichner und Illustrator. Er begann eine kaufmännische Lehre und brachte sich nebenbei selbst das Zeichnen bei. Zuerst erschienen 1988 seine Abenteuer rund um Käpt’n Blaubär, aus denen sich die komplexe Welt Zamoniens entwickelte. Moers schuf aber noch andere Figuren mit Wiedererkennungswert, u. a. das kleine Arschloch, die er auch für das Fernsehen adaptierte.

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2 Gedanken zu “Walter Moers: Die Stadt der träumenden Bücher

  1. Die Stadt der träumenden Bücher ist wirklich ein Klassiker und eines meiner Lieblingsbücher 🙂 Hast du schon andere Bücher von Moers gelesen? Ensel und Krete fand ich ja auch sehr putzig, aber die kommen nicht ganz an Hildegunst heran.

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