Elizabeth Gilbert: Das Wesen der Dinge und der Liebe

Ein wunderschönes Buch, das den Leser ohne Aufregung in fremde Welten entführt!

Elizabeth Gilbert, Das Wesen der Dinger und der Liebe

Zusammen mit dem neuen Jahrhundert erblickte Alma Whittaker am 05. Januar des Jahres 1800 das Licht der Welt.

Damit beginnt der neue Roman von Bestsellerautorin Elizabeth Gilbert, die durch die Verfilmung ihres Buches „Eat, pray, love“ bekannt wurde. Von der ersten Seite und der ersten Sekunde von Almas Leben an begleiten wir sie durch die Höhen und Tiefen ihres Daseins. Während sie heranwächst und es nichts Spannendes darüber zu berichten gibt, erfahren wir die bewegte Geschichte ihres Vaters, der, in tiefster Armut geboten, durch harte Arbeit, unermüdlichen Fleiß, eisernen Willen und kaum zu überbietende Dickköpfigkeit gemeinsam mit seiner hochgebildeten Frau Beatrice ein wahres Geschäftsimperium aus der Taufe hob. Dementsprechend wächst Alma reich und privilegiert auf, wird in Latein, Griechisch und anderen Sprachen unterrichtet und erhält insgesamt die beste Bildung, die man sich vorstellen kann und von denen die meisten Menschen in jenen Zeiten kaum zu träumen wagten.

Im Laufe ihres langen, erfüllten Lebens bekommt Alma eine Schwester, ihr wird das Herz gebrochen, sie verliert geliebte Menschen und lernt andere Menschen kennen und lieben. Sie schreibt wissenschaftliche Bücher, erforscht Moose, entdeckt sich selbst und die Welt. Sie wird behütet und enttäuscht, geliebt und zurückgestoßen. Sie liebt ihr Zuhause und bricht aus ihm aus. Sie verliert alles und verschenkt alles, was sie hat, nur um schließlich alles wiederzufinden.

Nach Art der großen Literaturklassiker ist die Erzählstimme dieses fesselnden und gleichzeitig so besonnenen Romans elegant und ehrwürdig. Als würde man nicht nur die Geschichte einer Frau aus dem 19. Jahrhundert lesen, sondern direkt neben ihr stehen, nicht nur die Dialoge sind authentisch, sondern die ganze Erzählung darum herum. Dementsprechend wirkte die Lektüre wie ein Ruhepol auf mich. Ich konnte dort eintauchen, mit Alma Naturforschung und Geschäftskorrespondenz betreiben und etwas erholter wieder in meinen Alltag zurückkehren. Ein tolles Buch, sowohl inhaltlich als auch erzählerisch, sowohl in Cover als auch in Titel – rundum perfekt! Gilbert investierte allein vier Jahre in die Recherche für dieses naturwissenschaftlich fundierte Buch, das sich nicht nur Almas fiktiver Geschichte widmet, sondern auch den wissenschaftlichen Umbrüchen ihrer Zeit.

Über die Autorin: Elizabeth Gilbert (* 1969 in Waterbury, Connecticut) studierte Politikwissenschaften und begann früh ihre schriftstellerische Karriere, erst mit Kurzgeschichten, dann als Kolumnistin. Ihre Berichte über ihre Zeit als Barkeeperin mündeten in den Film „Coyote Ugly“. Neben einigen anderen Bucherfolgen war wohl „Eat, pray, love“ ihr größter Erfolg – der Roman wurde in über 30 Sprachen übersetzt und unter gleichem Titel verfilm. Vielleicht wird ja auch „Das Wesen der Dinge und der Liebe“ verfilmt? Schön wäre es!

Über die Übersetzerinnen: Tanja Handels (* geboren 1971 in Aachen) lebt und arbeitet in München, übersetzt zeitgenössische britische und amerikanische Romane, u. a. von Zadie Smith, und ist als Dozentin für Literarisches Übersetzen an der LMU München tätig. Sabine Schwenk lebt in München und übersetzt Texte von Danielle Thiéry und Sergio Bambaren ins Deutsche. Die beiden haben einen super Job gemacht!

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