Kleiner Jahresrückblick 2014

Ja, ich weiß, „klein“ ist bei mir nicht selbstverständlich, aber ich werde mich wirklich kurz halten. 2014 hielt viele richtig schöne Lesestunden bereit und nur ganz wenige Enttäuschungen – auf die möchte ich aber gar nicht eingehen.

  • Adams Erbe von Astrid Rosenfeld hat mich mehr als überzeugt. Mutig und offen schreibt sie über die Nazi-Zeit in Deutschland, bewegend und doch – ich traue mich kaum, es zu schreiben – unterhaltsam. Große Literatur der anderen Art!
  • Ganz wunderbar war Vor dem Fest von Sasa Stanisic – der Preisträger der Leipziger Buchmesse. Für alle Leser mit etwas mehr Fantasie und Freude an einer poetischen, überraschenden Sprache.
  • Ein großer Überraschungserfolg war für mich Matt Haigs Ich und die Menschen – großartig für alle, die mal einen Blick von außen auf sich selbst werfen und dabei herzlich lachen wollen. Aha-Moment garantiert!
  • Einiges über das (Un-)Glücklichsein lernte ich in Glücklich die Glücklichen von Yasmina Reza – nichts ist selbstverständlich.
  • Und manches über die Juden auf palästinensischem Grenzgebiet las ich in Auf fremden Land von Assaf Gavron – hier geht es um mutige Menschen, die ihren Traum verfolgen, entgegen jeder Politik und Bürokratie.
  • Verstört hat mich auf außerordentliche Weise Ladivine von Prix Goncourt-Preisträgerin Marie NDiaye. Wie lebt man, wenn man seine Mutter liebt und gleichzeitig nichts mit ihr zu tun haben will, wenn man sich selbst völlig aufgibt, um der perfekte Mensch für die geliebte Familie zu sein? Dicht und fesselnd geschrieben, kein Buch, das spurlos an dem Leser vorbeigeht.
  • Nicht weniger verstörend, wenn auch auf ganz anderer Ebene und in anderem Maße war Katja Kettus Wildauge. Der Galiani Verlag hat sich an die schwer zu übersetzende finnische Autorin herangewagt – das Ergebnis: Ein wohl einmalig intensives Zeugnis finnischer Geschichte während der Nazi-Zeit! Man muss aber deftige Sprache und Inhalte ertragen können.
  • Ein sprachlich und inhaltlich überzeugendes Debüt lieferte die israelische Autorin Hila Blum mit Der Besuch, in dem sie aus dem Seelenleben einer jungen, modernen Frau zwischen Stiefkind und Selbstzweifeln berichtet.
  • Der Oktober war fantastisch, da muss ich gleich zwei recht gegensätzliche Bücher erwähnen, sorry: Sie dreht sich um von der begnadeten Angelika Overath und So auf Erden von Davide Enia. Während sich Overath, die sprachlich immer überzeugt, einer Frau widmet, die die Frauen auf Porträts rund um die ganze Welt betrachtet, erzählt Enia einfühlsam und üppig von drei Männer-Generationen in Palermo. Beides super!
  • Exotisch wurde es mit Ece TemelkuransWas nützt mir die Revolution, wenn ich nicht tanzen kann?. Vier sehr unterschiedliche Frauen, die durch den Orient reisen, um sich selbst zu finden – ein Roadtrip der besonderen Art.
  • Last but not least: Christopher BrookmyresAngriff der unsinkbaren Gummienten – ein unterhaltsamer, überraschender parapsychologischer Kriminalroman, der mich auch nach einigen Wochen noch nicht loslässt, an den ich gern denke und den ich sicher noch einmal lesen werde!

So, das waren also meine Highlights 2014! Ich hoffe, 2015 wird auch so super. Fröhliches Lesen!

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s